Windpark Förderstedt
Pressemitteilung
26. März 2026
Mit gemeinsamer Energie fünf Windenergie-Anlagen in Förderstedt ans Netz gebracht
Grüner Strom für rund 26.500 Haushalte. Freiwillige Kommunalabgabe bringt jährlich rund 150.000 Euro in Gemeindekassen. Windsparkassenbrief der Salzlandsparkasse geplant
Staßfurt/Hohenerxleben. Mit einer Festveranstaltung im Schloss Hohenerxleben wurde am Mittwoch, 25. März 2025, noch einmal an die offizielle Inbetriebnahme des Windparks Förderstedt erinnert. Der Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG hat das Projekt gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen JUWI GmbH, der Energie Mittelsachsen GmbH (EMS) und der Stadtwerke Staßfurt GmbH auf den Weg gebracht. Im Beisein von Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann, Vertretern der beteiligten Unternehmen sowie Lokal- und Landespolitik wurde der Windpark als ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zur Stromwende gewürdigt.
„Die Krise im Nahen Osten wirkt sich auch massiv auf die Menschen in Sachsen-Anhalt aus. Der Iran-Krieg hat Öl und Gas extrem verteuert; dies schlägt aktuell vor allem an der Zapfsäule durch und wird auch anderswo Preise steigen lassen. Um wiederkehrende Preisschocks durch internationale Konflikte abzumildern, müssen wir uns unabhängiger von fossilen Energieimporten machen. Regenerative Energieträger wie Wind und Sonne sind die Zukunft; sie machen uns krisenfester, schonen das Klima und sorgen dafür, dass Strom bezahlbar bleibt. Deshalb freue ich mich, dass in Förderstedt in die Energiezukunft investiert wurde, von der auch Kommunen und die Menschen vor Ort direkt finanziell profitieren“, betonte der Minister in seinem Grußwort.
Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit ging der Windpark im September 2025 ans Netz, zunächst im Probebetrieb. Die fünf modernen Anlagen vom Typ Vestas V162 erzeugen umweltschonend eine Gesamtleistung von 30 Megawatt elektrischer Energie und speisen diese in das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz nahe Glöthe ein.
Die MVV betreibt vier Anlagen. Der fünfte Windturm, der gemeinsam von den Stadtwerken Staßfurt und der Energie Mittelsachsen betrieben wird, dreht sich seit dem 3. September 2025.
Mit dem erzeugten Strom der gewaltigen Anlagen mit einer Nabenhöhe von 169 Metern und einem Rotordurchmesser von 162 Metern könnten rechnerisch jährlich rund 26.500 Haushalte versorgt werden.
Die fünf Windräder befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A14 und in Sichtweite mehrerer Bestandsanlagen.
Von der Inbetriebnahme des Windparks Förderstedt profitieren auch die Anliegerkommunen. Über eine freiwillige Kommunalabgabe erhalten sie zusammen 0,2 Cent pro produzierter Kilowattstunde Strom. Das sind jährlich rund 150.000 Euro, die nach dem Flächenanteil auf die Anliegerkommunen Nienburg (Saale) und Staßfurt verteilt werden. Zu dieser freiwilligen Abgabe hatten sich die Betreiber des Parks schon lange vor der Verabschiedung des sachsen-anhaltischen Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes verständigt.
Neben den Kommunen können auch Einwohner der Anliegerkommunen direkt finanziell vom Windpark partizipieren. Die beteiligten Unternehmen fördern eine private Anlagemöglichkeit: Die Salzlandsparkasse hat den Windsparkassenbrief „Energieregion Staßfurt“ aufgelegt, dessen Verzinsung durch die Förderung über den derzeit marktüblichen Konditionen liegt. Der Sparbrief kann mit einer Laufzeit von drei bis sechs Jahren und einer Verzinsung zwischen 2,55 und 3,00 Prozent gezeichnet werden.
Statement Eugen Keller, Geschäftsführer Stadtwerke Staßfurt GmbH:
„Für uns als Stadtwerke Staßfurt ist dieser Windpark weit mehr als ein technisches Projekt – er ist ein starker Einsatz dafür, was wir gemeinsam vor Ort bewegen können. Über die gesamte Projektlaufzeit hinweg haben wir uns konsequent dafür eingesetzt, den lokalen Mehrwert zu maximieren. Wenn wir heute sehen, dass hier sauberer Strom entsteht und gleichzeitig unsere Region direkt davon profitiert, dann erfüllt uns das mit großer Freude und auch ein Stück Stolz.
Die Kommunen erhalten zusätzliche Einnahmen, Bürgerinnen und Bürger können sich beteiligen – genauso stellen wir uns eine Energiewende vor, die nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch sozial getragen wird.
Dieses Projekt zeigt: Die Energiewende gelingt am besten, wenn starke Partner zusammenarbeiten und Verantwortung für ihre Heimat übernehmen. Wir als Stadtwerke werden diesen Weg weitergehen – verlässlich, nah an den Menschen und mit klarem Blick auf eine nachhaltige Zukunft für Staßfurt und die gesamte Region.“
Statement EMS-Geschäftsführer Jens Brenner:
„Es macht uns stolz, Teil dieses zukunftsweisenden Projektes zu sein, weil es bespielgebend dafür ist, wie die Energiewende im Verbund mit starken Partnern im wahrsten Wortsinne Rückenwind erhält. Für uns ist die leistungsfähige Anlage (in Kooperation mit den Stadtwerken Staßfurt) die erste, die mit Windkraft Strom erzeugt. Darüber hinaus betreiben wir u. a. mehrere Photovoltaik-Anlagen, transportieren in unserem Gasnetz seit vielen Jahren stetig wachsende Mengen an Biomethan und investieren in eine klimaschonende Zukunft der Region. So und mit weiteren innovativen Ideen findet mit der EMS die Energiewende vor Ort statt.“
Landrat Markus Bauer würdigte das Projekt als einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende im Salzlandreis und für die gesamte Region. Das Zusammenwirken mehrerer Partner habe gezeigt, wie man diesen Weg erfolgreich beschreiten kann.
Einweihungsfeier Windpark Förderstedt